1. Dezember 2016

Butter bei die Fische: Was sind für euch die größten Hürden beim Vernähen von Jersey?

Jeder kennt das am Anfang: »Nähen! Klar, ich will nähen! Nur was und mit was?« Und meist fängt die ganze Love Story damit an, dass man in einen ganz neuen Lebensabschnitt gestartet ist: der Nachwuchs kündigt sich an oder ist schon da. So war das auch bei mir. Vorher stand Mamas Nähmaschine irgendwo im Abstellraum und wurde zum Vorhangkürzen alle heilige Zeit wieder hervorgeholt. Kaum war mein großer Sohn da, habe ich mir eben diese chronisch unterbeschäftigte Maschine von ihr ausgeliehen und habe mir ganz ambitioniert einen Hoodie für mein Kind vorgenommen. Für bequeme Kinderkleidung wählt man dann kuschlig elastische Stoffe und gerade heute bekommt man auch beim Stoffhändler um die Ecke farbenfrohe tolle Motive. Meist hat man erstmal ordentlich Respekt vor diesem Material. Ich habe damals meine Mutter um Rat gefragt und eine ganz klassische Antwort erhalten: »Jersey? Nee, das vernäh ich nicht. Das dehnt sich ja alles. Keine Ahnung wie das geht.« Aber ich bin ja hartnäckig und irgendwann hat sich bei mir die große Liebe zum Material eingestellt und alle Anfangsschwierigkeiten sind im Nebel der Zeit verloren gegangen.

Umso neugieriger bin ich: Was waren oder sind für euch die größten Hürden beim Vernähen von Jersey, was bringt euch heute noch zum Schwitzen oder macht euch Sorgen bei diesem Material? Erzählt mir davon! Ich bin neugierig und freue mich über jeden eurer Kommentare!


29. November 2016

Wechselmama /// Gedanken aus dem Nähkästchen

Der eine oder andere hat es sich sicher schon zusammen gereimt: Ich habe mich vor einiger Zeit getrennt. Nicht nur mein Blog, sondern auch meine Arbeit hat darunter gelitten. Es hat Monate gebraucht, bis ich mich wieder richtig einfinden konnte. Bis die Kreativität wieder floss und mir wieder eine Fülle von Ideen kam. Zu voll war mein Herz mit Sorgen und Unsicherheiten.
Bei so einer Trennung gibt es aber nicht nur die berufliche Komponente, sondern eben auch viele andere. Jeder von uns besetzt im Leben einen Haufen Rollen. Da ist der arbeitende Mensch, die Freundin, die Liebhaberin, die Ehefrau und nicht zuletzt eine sehr raumgreifende Rolle: die Mutter. Gerade wenn es an eine Trennung geht, ist man stark verunsichert. Darf ich das? Muss ich nicht einfach die Zähne weiter zusammenbeissen? So schlimm ist das alles doch gar nicht? Darf ich so egoistisch sein? Ist mein persönliches Lebens- und Liebesglück wirklich so relevant? Heißt Mutter Sein nicht auch Aufopferung?

Monatelang schlägt man sich damit herum, vergießt ungezählte Tränen, weiht irgendwann eine Freundin ein (oder wird konfrontiert, weil man selbst viel zu lange schwieg um niemaden zu belasten) und kommt zu dem Schluss: Nein! Ich darf und muss egoistisch sein! Denn wenn Kinder etwas spüren, dann ist es Unaufrichtigkeit. Da helfen all die schönen Worte nichts. Und wenn ich persönlich meinen Kindern immer etwas mit auf den Weg geben wollte, dann war es Authenzität.

Nun steht da die eigene Mutter und sagt: Ich kann nicht mehr. Es gilt Konzepte zu erarbeiten, man diskutiert mit dem Ex-Partner über den weiteren Verlauf und versucht Lösungen zu finden. Und dann kommt eines der Kinder mit einer fairen Lösung ums Eck, die man selbst schon diskutiert hat: Warum können wir nicht bei dir und bei Papa sein?

Ja warum eigentlich nicht? Wenn man in einem Ort wohnt, die Schule die gleiche bleibt, es sich beruflich einrichten kann und man den Vater nicht aus dem Spiel nehmen will? Zwei Kinderzimmer, zwei Wohnungen, zwei Mittelpunkte. Im wöchentlichen Wechsel. Man liest sich ein, man lässt sich beraten und offizielle Stellen sowie Anwalt und der eigene Bauch raten einem zu.

Ganz ehrlich: Für meine Kinder ist das die fairste Lösung. Mutter und Vater gleichberechtigt. Beide Bezugspersonen sind erreichbar und bieten ein liebevolles Zuhause für die Kinder. Gerade Kinder befinden sich bei einer Trennung in einem Loyalitätskonflikt – ein Wechselmodell, sofern realisierbar, entspricht da sehr dem Gerechtkeitssinn von Kindern. Fragt man jetzt meine Kinder nach rund 1,5 Jahren Wechselmodell, finden sie es fair. Am Freitag hole ich zwei freudig aufgeregte Menschen von der Schule ab und den nächsten Freitag bringe ich morgens zwei freudig aufgeregte Menschen zur Schule, die sich schon auf eine Woche mit dem Vater eingestellt haben und kaum den Schulschluss erwarten können. Das ganze funktioniert natürlich nur, wenn man sich trotz einer Trennung zumindest eine Basis in der elterlichen Kommunikation bewahrt. Da gibt es viele Details die bezüglich Schule und Freunde via WhatsApp oder Telefon geklärt werden müssen und auch die Kinder wünschen sich respektvolle Aufeinandertreffen der Eltern, freuen sich, wenn trotz Konflikten die ihnen nicht verborgen bleiben auch mal miteinander gelacht wird und man sich und den neuen Partnern ein schönes Wochenende oder einen schönen Abend wünscht.

Und so ist es nun. Ich bin Wechselmama. Eine, die eine Woche lang, unterbrochen von einem Besuchstag, ihre Kinder aus der Hand gegeben hat. Eine, die der väterlichen Kompetenz vertraut die Kinder nicht zum Spielball zu machen, auch wenn bei so einer Trennung nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Eine, die das aushalten muss, das so viele Väter sonst wegstecken müssen: die Kinder nicht immer um sich zu haben. Und die aushalten muss, dass darüber auch geredet, gemunkelt und unterstellt wird, weil man sich abseits von etablierten Rollenmodellen bewegt. Aber: ich weiß um die Bedeutung eines Vaters im Leben der Kinder. Und das ist mir sehr wichtig, das diese Zweiseitigkeit in der elterlichen Beziehung weitgehend erhalten bleibt. Eine Trennung ist immer Kompromiss für die Kinder, nie gewünscht, aber wir versuchen das beste daraus zu machen. Auf unsere Art.

Nur: nicht immer geht das. Bei den meisten Trennungsfamilien vermutlich nicht. Weil sich das weder mit Arbeitspensum, Wohnsituation, noch mit der bisherigen Struktur der Familie vereinbaren lässt. Wenn ihr Lust habt, lasst mir doch eure Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema da. Plaudert doch selbst ein wenig aus dem Nähkästchen.

28. November 2016

Anemone – jetzt neu in der Lillestoff Händler-Vorbestellung

Heute wird blau gemacht… nein, nicht wirklich, aber ich kann euch schon mal einen kleinen Einblick geben, was da demnächst für ein enemenemeins Stoff von mir bei Lillestoff erscheinen wird: »Anemone« und der passende Kombistoff.

Irgendwie hing ich gedanklich bei Unterwasserlandschaften fest, auch wenn ich mich dann beim Zeichnen auch an Büschen, Heckenn und Blumenwiesen bedient habe. Thematisch und vom Ausdruck her lasse ich mich oft treiben. Es gibt einen Grundgedanken zu Ausdruck und Farbe und dann lasse ich über Stunden den Stift erst übers Papier gleiten und setze diesen Entwurf dann wiederum digital um. Oft findet sich der genaue Duktus erst am Rechner, was ich mir aber immer erhalten möchte ist, dass ich keine glatten Computergrafiken erstelle, sondern die Motive einen gewissen »Bruch« haben. Genauso verhält es sich bei der Farbwahl. Klare Farben stehen gebrochenen Farben gegenüber und bringen einander so ganz besonders zum Strahlen!

 »Anemone« wird auf Modal produziert werden und dank dieser weich fliessenden Qualität wird dann doch wieder dieser oben erwähnte »Unterwassergedanke« mit aufgenommen. Ich hoffe ich kann euch schon heute inspirieren und ihr plant bereits gedanklich euer einzigartiges Kleidungsstück aus diesem Stoff!



Händler mit Händleraccount bei Lillestoff können ab heute diesen enemenemeins Stoff und die meiner lieben Lillestoff-Kollegen vorbestellen. Wenn ihr neugierig seid, was Lillestoff demnächst noch so im Programm haben wird, so schaut doch einfach hier vorbei.

25. November 2016

Vorwärts! Pfeile für den großen Kleinen!

So große Kinder sind schon speziell, das kennt ihr sicher alle! Gerade am Anfang kann man sich noch unheimlich austoben und benäht die Kinder ganz nach Gusto und irgendwann da haben sie gar keine Lust mehr auf Selbstgenähtes. Als nähende Mama und Stoffdesignerin ist man ja ganz nah dran und weiß genau um dieses Dilemma! Umso mehr freut es mich, wenn meine Jungs sich aus einem bestimmten Stoff ganz dringend etwas Selbstgenähtes wünschen. 

Der große Kleine hat sich kürzlich in meinem Fundus umgschaut und hat auf einmal einen Stoff aus dem Regal gezogen. Ich hab sofort meine Chance gewittert und ihm aus dem enemenemeins Lillestoff »Arrows« ein Oberteil genäht. Als Schnitt habe ich ein ganz schlichtes Raglan-Shirt aus dem Buch »Meine Lieblingskleider – Selbstgenähtes für Jungs und Mädels« gewählt. Für ihn eine perfekte Wahl, kann man den Herren doch mit Shirts mit zu viel Schnickschnack und Knöpfen schier jagen.